Berichte DTJ Detail

21.01.2018 | Grüne Woche 2018

Engagement, Geschichte, Jugendverbände

Trachtenvielfalt auf der Grünen Woche: Immer wieder ein Ereignis. Auch 2018, allerdings bis jetzt noch nicht unter direkter Beteiligung der Deutschen Trachtenjugend.


Trachtenkultur aus aller Welt
Thüringens Landkreis Nordhausen zeigte mehrere Trachtengruppen vom Südrand des Harzes, die Kornkönigin der Schleswig-Holsteiner Probstei gab in der Probsteier Tracht Autogramme, Bayerns Trachten sah man in fast jeder Halle. Besondere Aufmerksamkeit erregten die Gewänder des Schaumburger Landes und auch Repräsentanten von der Südseite des Schwarzwaldes waren nicht zu verfehlen. Die Sorbischen Trachten aus der Region um Lübben repräsentierten die Stadt, in der 2019 das Deutsche Trachtenfest stattfinden wird. Niedersächsische Spinngilden und Spinntrupps führten sogar mit der Handspindel in das alte Handwerk ein.
Die Zahl der internationalen Trachten überbot die Einheimischen weit. Besonders Bulgarien als Gastland trat mit Musik, Tanz und Tracht in Erscheinung. Vielleicht sind in Zukunft neben den vielfältigen Trachten aus aller Welt einmal Trachtenträger der Deutschen Trachtenjugend in ganzer Vielfalt und in Aktion dabei. Der Vorstand der DTJ würde das sehr gut finden.


Lodenmäntel und Dienstmädchen
Die Geschichte der weltweit größten und international wichtigsten Messe für Ernährungswirtschaft, Landwirtschaft und Gartenbau ist lang. Die erste Grüne Woche fand im Februar 1926 statt. Das Berliner Fremdenverkehrsamt wertete damit die die traditionelle Wintertagung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft in Berlin auf. Ein landwirtschaftlicher Straßenverkauf hatte in diesem Zusammenhang immer schon stattgefunden, nun kam es zu einer landwirtschaftlichen Ausstellung, die im ersten Jahr bereits 50000 Besucher zählte. Die Berliner „Schnauze“ hängte sich an den grünen Lodenmänteln auf, die zahlreiche Fort- und Landwirte trugen, und so entstand der doch bis heute ziemlich passende Name der Grünen Woche. In der wirtschaftlichen Krisenzeit Ende der 1920er Jahre avancierte die Grüne Woche gar zur Dienstmädchenbörse: Familien, die sich ihre Perlen nicht mehr leisten konnten, empfahlen diese sozusagen „durch die Blume“ an wohlhabende Besucher der Grünen Woche.


Modernes Engagement auf dem Land braucht Zeit
In Lodenmänteln kommen die Macher der grünen Berufe schon längst nicht mehr daher. Nein, sie stehen auf der Höhe der Zeit, zeigen mit modernster Technik den Besuchern ihre Produkte und diskutieren emsig mit den Verantwortlichen aus der Politik. Die Tierhalle zieht die Besucher besonders in den Bann. Auf der Veranstaltung des Bundes der Deutschen Landjugend im City Cube musste Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt Rede und Antwort stehen. Ein Thema war die Digitalisierung des Landes. Heiß diskutiert wurde die umfassende schulische Beanspruchung der Heranwachsenden. Wo bleibt bei G9 noch Raum für Engagement? Die Nachmittage sind blockiert durch eine Zuschulung. Wann hat es das schon einmal gegeben? Die Strukturen für das ehrenamtliche Engagement müssen verbessert werden, so sagte Thomas Thomer vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. BDL- Vorsitzende Nina Sehne mahnte zur Rückkehr zu Objektivität und Sachlichkeit bei Diskussionen und Aktionen rund um die Landwirtschaft. Wo Missstände auf der Tagesordnung stehen, muss etwas geändert werden. „Dabei ist die Weiterentwicklung der Landwirtschaft wichtig, weil sie Tieren, Klima und auch der Gesellschaft zugutekommt.“


Landjugend bearbeitet Vorurteile und zeigt Lösungsmöglichkeiten
Standing Ovations gab es für das Theaterstück der Landjugend, „Zwischen Dubbeglas und Stadtgeflüster“. Die Landjugend Rheinhessen-Pfalz brachte dabei das Thema Vorurteile auf die Bühne. Mit Tanz und Musik durften die 2500 Menschen im CityCube eine Meisterleistung erleben. Das Theaterstück zeigte lebendige Traditionen, die zwischen den Generationen weitergereicht werden, Engagement für die Heimat als Gemeinschaft, aber auch die Bedeutung von Freunden für Heranwachsende.
Text: Dirk Koch
Fotos: Dirk Koch

Kontakt

Deutsche Trachtenjugend im Deutschen Trachtenverband e.V.

OT Wechmar
Hohenkirchenstraße 13
99869 Drei Gleichen

Telefon: 036256 / 88 91 88
geschaeftsstelledeutsche-trachtenjugendde

Alle Rechte vorbehalten | 2016 | Design | Programmierung MediaOnline GmbH |

 

 

Startseite oben